Spaziergänge in Artà und la Colònia

Route 1: Historisches Zentrum

 

1. Estación, Centro de visitantes / Bahnhof, Besucherzentrum

1929 wurde Artà an das Eisenbahnnetz angeschlossen. So entstand ein schneller Verbindungs- und Transportweg nach Manacor und Palma. Das Projekt war mit Privatinitiative gefördert worden, vor allem durch den Unternehmer Rafel Blanes. Der Bahnhof und die Nebengebäude wurden entlang den Schienen errichtet, an der Avenida Costa i Llobera. Leider wurde der Zugbetrieb 1977 eingestellt. Damit wurden diese Gebäude nicht länger genutzt.

Das dreigeschossige, rechteckige Hauptgebäude befindet sich in öffentlicher Hand. Es dient als Touristeninformation und bietet eine ständige, sehr interessante Ausstellung über die Gemeinde. Hervorzuheben ist die Symmetrie des Gebäudes. Die Fensterstürze zieren weiße und rote geometrische Motive aus Keramik. Daneben befinden sich das alte Kohlenlager und die Toiletten. Weitere drei Gebäude sind in Privatbesitz.

 

2. Plaça del Pes dels Porcs / Platz der Schweinewaage

Der Name verrät es schon: Dieser Platz, wo die Schweine gewogen wurden, diente Anfang des 20. Jahrhunderts dazu, das Vieh unterzubringen und zu kontrollieren, und zwar in dem Gebäude, das heute ein städtisches Lagerhaus ist,. Und um es zu wiegen, nämlich in den heutigen Büroräumen der Lokalpolizei. Die Plattform zum Beladen der Last- und Lieferwagen und zum Wiegen des Viehs, ohne es heben zu müssen, ist heute noch zu sehen.

 

3. Teatro / Theater

Das städtische Theater von Artà wurde am 1. Juni 2001 eingeweiht. Es ist eine der wichtigsten Kultureinrichtungen der Stadt und auf der ganzen Insel bekannt. Das von Mateu Carrio entworfene Bauwerk befindet sich auf demselben Grundstück wie das Kulturhaus na Batlessa, das der Stadt 1984 von Cristòfol Ferrer Pons zum Geschenk gemacht worden war.

Das Gebäude hat einen Saal für 460 Zuschauer. Mit der akustischen Gestaltung wurde Dr. Higini Arau betraut. Ein weiterer Mehrzwecksaal für 70 Personen mit dazugehörigem Versammlungsraum, das Foyer sowie eine Cafeteria gehören ebenfalls zu diesem Komplex.

Seit seiner Eröffnung ist das Theater zum Mittelpunkt kultureller Aktivitäten für ganz Mallorca mit jährlich etwa 30.000 Zuschauern geworden.

Besonders hervorzuheben sind unter anderem das Fest klassischer Musik „Antoni Lliteres“ sowie das Cool Days Festival.

 

4. Na Batlessa / Kulturhaus

Im Verlaufe des 19. und 20. Jahrhunderts kamen die ersten Emigranten zurück, die in Amerika zu Wohlstand gekommen waren. Damit begannen diese „Indianos“ genannte Rückkehrer mit der übrigen wohlhabenden Bevölkerung Artàs zu wetteifern: jeder wollte den jeweils größeren wirtschaftlichen Wohlstand zur Schau zu stellen. Diese Emigranten brachten aus den Stätten, von denen sie zurückkamen, auch neue Baustile mit, und na Batlessa ist ein Beispiel dafür.

Das freistehende, zwischen 1898 und 1900 errichtete Bauwerk befindet sich auf einem kleinen Podest; dieses bildet eine von einer Balustrade abgeschlossene Terrasse. Die Hauptfassade ist durch ihre giebelständige Anordnung mit ihrem großen Dreiecksgiebel außergewöhnlich. Besonders hervorzuheben sind die geschwungene Treppe und der Balkon der Beletage.

1984 machte Cristòfol Ferrer das Bauwerk der Stadt Artà zum Geschenk. Das nunmehr öffentliche Gebäude beherbergt die städtische Bibliothek, das Jugendinformationsbüro, einen Ausstellungssaal sowie ein Dokumentationszentrum über den Künstler Miquel Barceló. Auf einem Teil des dazugehörigen Geländes befindet sich auch das städtische Theater.

 

5. Plaça del Conqueridor / Platz des Eroberers

Dieser öffentliche Platz entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Seitdem werden dort wichtige Ereignisse gefeiert; vor allem die Patronatsfeste Sankt Salvator, Anfang August. In den 1990er Jahren wurde er großzügig umgebaut mit dem Ziel, ihn zweckmäßiger und schöner zu gestalten. Er befindet sich mitten im Zentrum von Artà und ist ein beliebter Treffpunkt für seine Bewohner.

 

6. Museu Regional d’Artà / Regionalmuseum Artà

Das Regionalmuseum befindet sich neben dem Rathaus im Carrer Estrella. Es wurde in den 1960er Jahren von der Sparkasse „Sa Nostra“ erworben und restauriert. Später wurde es dem Museum zur Verfügung gestellt. Dieses war 1927 auf Initiative einer Gruppe von Kulturinteressierten der Stadt gegründet worden. Ihr Ziel war, das kulturelle, künstlerische und historisch-archäologische Erbe der Region zu bewahren. Es wird durch einen Stiftungsrat verwaltet.

Das Museum ist in drei Abteilungen gegliedert: die ethnologische, in der sich alle Objekte für die Bearbeitung von mallorquinischen Stoffen und der Zwergpalme befinden; die naturgeschichtliche, die eine bedeutende Sammlung von Flora und Fauna, Fossilien und Herbarien und sogar sezierte Vögeln aufweist. Und schließlich die archäologische, mit bedeutenden prähistorischen Funden, darunter von ses Païsses und auch von anderen Stätten der Insel, von der prätalayotischen bis zur maurischen Epoche.

Dieser reiche Fundus konnte Dank der Stiftungen und der vom Museum selbst durchgeführten Arbeiten zusammengetragen werden. Besonders hervorgehoben sei einer der Förderer des Museums, der Apotheker Llorenç Garcías Font, der seine wertvolle Sammlung von Flora und Fauna stiftete.

 

7. Ajuntament d’Artà / Rathaus

Das heutige Rathaus stammt aus dem Jahr 1941. Das alte Gebäude war zu klein geworden und überdies in schlechtem Zustand. So beschloss man in der Zweiten Republik (1931 – 1936), ein neues zu bauen. Mit dem Bürgerkrieg wurde das Projekt eingestellt, obwohl die neuen Politiker der Falange daran interessiert waren, es weiterzubauen. Nach dem Krieg wurden die Arbeiten beschleunigt fortgeführt. So konnten das Gebäude wie der dazugehörige Platz 1941 eingeweiht werden.

Das völlig symmetrische Gebäude hat drei Stockwerke und einen Innenhof, der das Erdgeschoss gliedert. Das Untergeschoss wurde wie vielerorts üblich als Arrestzelle genutzt. In der ersten Etage befinden sich die Büroräume, und im Dachgeschoss ist das Archiv untergebracht.

 

8. Posada dels Olors / Seniorenheim

 

Die Posada dels Olors, aus dem 17. Jahrhundert, war Residenz einer der bedeutendsten Familien Artàs: die Font dels Olors. Um die Anhäufung von Macht und Ansehen dieser Familie noch zu unterstreichen, kam es im 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Umgestaltung des Gebäudes in sein heutiges Aussehen.

Es ist in zwei Baukörper von drei Geschossen gegliedert. Diese sind so angeordnet, dass sie einen Innenhof bilden, der inzwischen in einen Garten verwandelt wurde. An der Fassade befinden sich das Wappen der Familie sowie das Eingangsportal, von wo ein Weg zum Garten führt. Im hinteren Teil ist ein weiterer in einen Garten verwandelter Patio mit einigen alten Zisternen.

Heute wird das Gebäude als städtisches Seniorenheim genutzt.

 

9. Ses Escoles Velles / Altes Schulhaus

Das Gebäude ses Escoles Velles befindet sich auf dem Zugangsweg unterhalb des Sanktuariums San Salvador. Mit seiner Einweihung 1934 war man dem Wunsch der Bevölkerung nach einer Schule in Artà nachgekommen. Hier wurde der Jugend der Gemeinde bis in die 1970er Jahre hinein Unterricht erteilt.

Das freistehende Gebäude besteht aus drei Etagen und einem Untergeschoss. Es zeichnet sich durch eine geometrische und monumentale Anordnung aus, im Gegensatz zur Asymmetrie seiner Öffnungen mit sieben vertikalen Achsen. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite der Hauptfassade.

Heute sind sich dort die Büros der sozioedukativen Abteilung des Rathauses untergebracht, wo zahlreiche Aktivitäten der Erwachsenenbildung stattfinden.

 

10. San Salvador

Das Wahrzeichen par excellence von Artà ist zweifellos San Salvador auf einem kleinen Hügel, der die ganze Umgebung der Stadt beherrscht.

Die herausragenden Elemente sind die das Gelände umgebende Wehrmauer, das Sanktuarium und die Dependancen Es Donat.

Durch seine Lage war es über die verschiedenen historischen Epochen hinweg ein strategischer Ort. Erste Erwähnungen reichen in die maurische Besetzung der Insel zurück. Damals befand sich auf dem Gipfel eine als Almudaina bezeichnete Befestigung, die über eine Mesquita verfügte. Mit der katalanischen Eroberung der Insel unterwarf König Jaime I. auch diese Stätte. Die Moschee wurde in eine christliche Kirche umgewandelt.

Der von der Mauer umgebene Bereich mit dem San Miguel (Sankt Michael) geweihten Hauptturm hat die Form einer Ellipse von 93 mal 24 Metern. Hier war der Zufluchtsort der Bevölkerung vor den ewigen Attacken der Piraten, und die Festungsmauer ist im 16. Jahrhundert beträchtlich verändert worden. 1967 wurde das Gelände auf Betreiben der Sociedad de Amigos de los Castillos restauriert und ein Turm neu gebaut; ferner wurden auf dem gesamten Areal Zinnen errichtet.

Die heutige Wallfahrtskirche, 1825 begonnen, wurde 1832 geweiht, obwohl die beiden Türme, die es flankieren, erst Ende des Jahrhunderts fertiggestellt waren. Formal handelt es sich um eine Kirche im Renaissancestil mit Tonnengewölbe. Sie hat den Grundriss eines lateinischen Kreuzes und keine Apsis. In der 1892 von Salvador Torres ausgemalten Kuppel ist die Glorie dargestellt. Im Innern wird eine romanische Statue der Jungfrau Sant Salvador bewahrt. Sie stammt aus dem Kloster Bellpuig und ist seit 1922 Schutzpatronin von Artà.

Die ursprüngliche Kirche aus dem 13. Jahrhundert wurde niedergebrannt, da sie 1820 während der Pest als Spital genutzt worden war.

Außerdem ist das Wohnhaus des Kirchendieners erwähnenswert, dem die Instandhaltung der Anlage obliegt, ferner die Zisterne von Anfang des 17. Jahrhunderts und das den Toten des Bürgerkriegs gewidmete Denkmal, das sich zu Füßen des Turmes San Miguel befindet.

 

11. Iglesia Parroquial de la Transfiguración (Pfarrkirche der Verklärung)

Die Pfarrkirche befindet sich am Hang des Berges San Salvador, der das gesamte Städtchen Artà beherrscht. Neugotischen Stils, wurde sie 1573 begonnen, um die ursprüngliche Kirche des 13. Jahrhunderts zu ersetzen, die zu klein geworden war. Im 17. Jahrhundert waren die Arbeiten an der Stirnseite abgeschlossen und das Gewölbe im Jahr 1816. Der dazugehörige Glockenturm stammt aus dem 17. Jahrhundert .

Der Zugang erfolgt über zwei Portale. Das Hauptportal ses dones (Frauenportal) aus dem 19. Jahrhundert wurde vom Architekten Bartomeu Ferrà ausgeschmückt. Es zeigt Einflüsse des Jugendstils, wie zum Beispiel die Spitzbogenform und die große Fensterrose. Das zweite Portal aus dem 18. Jahrhundert, als dels homes (Männerportal) bekannt, ist unvollendet. Von außen sind die Strebebogen zu erkennen, die das Gewölbe tragen, sowie das seitliche Ciborium, das die Kirche erhellt.

Das Innere schmücken 14 Kapellen, die den verschiedenen Heiligen gewidmet sind, worunter die Rosenkranzkapelle besonders erwähnenswert ist. Das Retabel des Hochaltars wurde 1906 errichtet und stellt verschiedene Szenen der Verklärung des Herrn dar. Weitere interessante Elemente sind das Taufbecken aus dem Jahre 1672, die Orgel des 19. Jahrhunderts und die beeindruckenden Buntglasfenster aus dem 20. Jahrhundert.

 

12. Plaça de l’Aigua

Während der islamischen Besetzung und in den ersten Jahrhunderten nach der katalanischen Eroberung führte ein bedeutendes Wassernetz an dieser Stelle vorbei. Es versorgte die Gemüsegärten der Zone mit Wasser. Im 19. Jahrhundert verwandelte sich der Platz in einen großen unterirdischen Wasserspeicher mit Pumpe, was die Wasserentnahme durch die Dorfbewohner ermöglichte. Dieser große Speicher wurde von Wasser gespeist, das durch den qanat (Kanal) der Font de la Vila vom Hort des Bril führte, eine Quelle, die zwei Kilometer vom Dorf entfernt ist. Dort war schon zu Zeiten der maurischen Besetzung ein komplexes Wassernetz entstanden, das die Stadt und sämtliche Gärten der Umgebung mit Wasser versorgt hatte. Hier ist besonders das beeindruckende Aquädukt zu nennen, das im Volksmund als Pont Vell bekannt ist und vom Ende des 16. Jahrhunderts stammt. Es ist derzeit nicht in Betrieb.

 

13. Abeuradors / Tränke

Die öffentlichen Tränken, ein recht wichtiges traditionelles Element im letzten Jahrhundert, wurden genutzt, um die Zugtiere zu tränken, die im Dorf eintrafen oder es verließen. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und 2005 restauriert. Im Bereich von Artà haben wir zwei Beispiele:

Eines befindet sich am Berg der Almudaina im Carrer Abeurador. Es besteht aus einem viereckigen Becken, gerahmt von zwei polygonalen Pfeilern, verbunden durch ein Gesims, das durch eine Reihe von Konsolen gehalten wird. Die Wand unterhalb des Gesimses ist mit unregelmäßig geformten Steinen bedeckt.

Im anderen Falle, im Carrer de Son Servera, handelt es sich um ein großes viereckiges Becken an der Stirnseite, das von zwei Säulen gerahmt ist. Dieses Ensemble scheint die Bedachung der Tränken abgestützt zu haben. Sowohl das Becken als auch die Säulen sind mit Steinen bedeckt.

Ferner ist noch ein kleines Steinbecken mit Kegelstumpfbasis vorhanden sowie eine teilweise erhaltene Pflasterung aus Naturstein.

 

14. Der Konvent Sant Antoni de Pàdua

Der Franziskanerkonvent San Antonio de Padua befindet sich im Carrer Sant Antoni. Es handelt sich um ein aus Kreuzgang und Kirche gebildetes Kloster.

Auf Grund des religiösen Eifers im Gefolge des Konzils von Trient in der Mitte des 16. Jahrhunderts kam in Artà eine Gemeinschaft des Franziskanerordens an. Der Konvent wurde 1585 gegründet.

Die Kirche stammt aus den Anfängen des 17. Jahrhunderts, der Zutritt erfolgt über eine große Treppe, die zur Hauptfassade führt. Diese ist glatt und in drei Körper unterteilt; ihr Hauptportal ist typisch barock. In der Mitte befindet sich eine Fensterrose, links ein Glockenturm mit quadratischem Grundriss, dessen Abschluss ein Ciborium in der Art eines kleinen Pavillons bildet. Der an die Kirche anschließende Kreuzgang bildet ein Quadrat mit 24 Säulen und 20 Steinarkaden im ionischen Stil. In der Mitte des Kreuzgangs befindet sich die Zisterne.

Derzeit werden die Dependancen, die den Kreuzgang umgeben, als Klassenzimmer der Schule San Buenaventura der Franziskaner genutzt.

 

Route 2: Ses Païsses, Bellpuig, Betlem, Sa Canova

15. Ses Païsses

Die Anlage von ses Païsses ist eine der größten und besterhaltenen Talayot-Siedlungen Mallorcas. Der gut erhaltene Zustand ihres ummauerten Geländes und der darin befindlichen Bauwerke, von denen die meisten noch darauf warten, ausgegraben zu werden, ist augenfällig. Das Dorf hat einen elliptischen Grundriss von 13.500 Quadratmetern und einem Mauerumfang von 374 Metern. Es wurde 1946 unter Denkmalschutz gestellt.

Die ersten archäologischen Grabungen wurden unter der Leitung des Italieners Giovanni Lilliu durchgeführt, der einen möglichen Zusammenhang dieser mallorquinischen Bauten mit denen Sardiniens untersuchen wollte. Dabei wurde vor allem die zentrale Zone der Anlage ausgegraben, der Talayot und sämtliche an diesen anschließenden Kammern, unter denen besonders der Säulensaal und der Raum in Hufeisenform zu nennen sind. Nach dreißig Jahren wurden die Arbeiten von dem Archäologen Javier Aramburu wieder aufgenommen, der weitere Bereiche ausgrub.

Chronologisch lässt sich die Gründung der Anlage etwa auf das Jahr 1000 v. Chr. ansetzen, mit dem zentralen Talayot als Ausgangspunkt. Später wurden nach dem talayotischen Siedlungsmuster weitere Bauten hinzugefügt , viele von ihnen Wohnstätten. Laut Aramburu geht die Mauerumfassung etwa auf die Zeit um 650 – 540 v. Chr. zurück. Doch erst mit der Ankunft der Römer (123 v. Chr.) setzte der Niedergang ein, und die Anlage wurde allmählich verlassen und zerstört.

Besonders hervorgehoben sei der imposante Eingang, dem ein Monolith gegenübersteht. Er ist dem Dichter Miquel Costa i Llobera gewidmet, dem ses Païsses als Schauplatz für sein Gedicht La Deixa del geni grec (1900) diente.

 

16. Bellpuig

Das Kloster Bellpuig befindet sich in der Nähe des cami Vell de Ciutat.

Die Gründung des Priorats Santa María de Bellpuig geht auf die katalanische Eroberung zurück, nachdem Jaime I. die letzte Bastion des maurischen Widerstandes in den Bergen Artàs erobert hatte. Der König überließ diese Ländereien dem Prämonstratenser-Orden der Abtei von Bellpuig de les Avellanes in Katalonien. Die Klostergründung in dieser Zone führte zu ihrer Neubesiedlung, wobei Material von prähistorischen, romanischen und maurischen Bauwerken zur Errichtung neuer Bauten genutzt wurde.

Das Kloster Bellpuig gliedert sich um einen viereckigen Patio, nach Art eines Kreuzganges, wobei die Klosterdependancen, Vorratsräume und die Kirche sich an den Seiten befanden. Die Kirche ist von alledem architektonisch am besten erhalten, denn der Rest ist vollkommen verfallen. Es handelt sich um eine einschiffige Kirche gotischen Stils mit einem Satteldach. Die Innenausschmückung ist sehr karg; lediglich die Kapitelle der Pilaster und das kleine Fenster der Apsis sind mit geometrischen Motiven geschmückt. Auch das Hauptportal mit Rundbogen weist geometrischen Schmuck auf. Die ursprünglich dort aufbewahrte Skulptur der Jungfrau wurde 1425 in das Dorf gebracht, da die Mönche das Kloster verließen. Dieses ging in das Eigentum der Familie Vivot und später, 1637, in das der Familie Dameto über. Dadurch wurde aus dem Kloster ein Bauernhaus, wobei seine Architektur verändert und den neuen Erfordernissen angepasst wurde. Seit 1999 ist es Eigentum des Inselrates von Mallorca.

In den letzten Jahren wurden sowohl beim Kloster als auch in seiner Umgebung archäologische Grabungen durchgeführt, wobei Reste von Bauwerken aus prähistorischer, römischer, maurischer Zeit und der Klostergemeinschaft selbst zutage gefördert wurden.

 

17. Betlem

Die Einsiedelei von Betlem befindet sich im Gebirge von Artà im Gebiet der ehemaligen maurischen Siedlung Binialgorfa. Die Einsiedelei wurde 1805 von Mitgliedern der Eremitengemeinschaft von Sant Honorat von Randa und der Trinitat von Valldemossa gegründet. Sie konnten sich hier dank einer Spende von Jaume Morei niederlassen. Dieser hatter ihnen ein kleines Stück Land mit Resten eines alten Verteidigungsturmes und einer Ölpresse überlassen. Die Einsiedelei wurde am 10. Mai 1818 eingeweiht.

Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Komplex bis in unsere Zeit hinein mit Zellen, Küche, Refektorium und weiteren Dependancen erweitert, wobei besonders die 1924 geweihte Kirche hervortritt, ein Werk von Joan Rosselló.

Der Zugang erfolgt über eine von Zypressen bestandene Allee. Es handelt sich um eine einfache Bauart; an der Hauptfassade befinden sich eine Sonnenuhr, ein kleines Fenster und eine Fensterrose. Im einschiffigen Innern treten besonders das Gewölbe mit einem Fresko der Krönung der Jungfrau, der Hochaltar und die sieben Gemälde über das Leben Christi von Manuel Bayeu hervor.

In der Umgebung sind noch Reste von früheren Gemüsegärten, ein Dreschplatz und als Vorratsgebäude oder Stallungen dienende Bauten zu sehen, die dieser religiösen Gemeinschaft ein autarkes Leben ermöglichten.

Weitere empfehlenswerte Besichtigungspunkte sind die Reste einer alten Wassermühle, die Quelle Font de Na Bernadeta und, etwas weiter entfernt, das ehemalige militärische Observatorium.

 

18. Sa Canova

Sa Canova ist ein weitläufiges Gelände, das wegen seines natürlichen wie historischen Wertes 1986 als Area de Especial Interés (Landschaftschutzgebiet) ausgewiesen wurde.

Was seinen Naturreichtum anbelangt, so sind insbesondere das eindrucksvolle Dünensystem und der Strand hervorzuheben, ferner der Sturzbach Torrente na Borges mit einem Weiher, estanque del Bisbe, die buschige Garrigue, welche einer großen Anzahl von Vögeln und anderen Tieren Schutz bietet, sowie die Schlucht Sa Canova.

In Bezug auf das historische Erbe müssen in erster Linie die äußerst bedeutsamen prähistorischen Reste erwähnt werden, die dort zu finden sind. Der Talayot, beispielsweise, einer der bedeutendsten von Mallorca, oder die künstlichen und natürlichen Höhlen im Rafal Pai oder in der Schlucht Sa Canova selbst. Sie dienten die Bestattungsriten.

Aus jüngerer Epoche stammt die Posesión des 16. Jahrhunderts. Das zweigeschossige Bauwerk hat keinen Patio, sondern ist in U-Form angeordnet und verfügt über einen Verteidigungsturm.

Die Hauptfassade ist durch ihr Eingangsportal mit Rundbogen charakterisiert, über das ein lateinisches Kreuz gemalt ist.

Um das Haupthaus gelegen ist ein ganzer Komplex von sowohl angegliederten wie auch freistehenden Dependancen, die vornehmlich landwirtschaftlichen Zwecken dienen. Hier ist wegen ihres Alters besonders die Zisterne zu erwähnen.

Dem Haus gegenüber steht, nur wenige Meter entfernt, der dreigeschossige Verteidigungsturm, von quadratischem Grundriss, und ist mit diesem durch eine kleine Holzbrücke verbunden.

Aus jetziger Zeit stammen die Küstensignaltürme am Strand. Es handelt sich um Militärbauten des 20. Jahrhunderts, die sowohl für Manöver, Training wie auch als Entfernungsmarkierungen für die Kriegsmarine dienten.

 

Route 3: Colònia de Sant Pere

19. Kirche von Colònia de Sant Pere

Hier handelt es sich um die Pfarrkirche in Colònia de Sant Pere. Die Gründung dieser kleinen Ansiedlung, 1880, geht auf die Initiative der Brüder Homar zurück, um eine landwirtschaftliche Siedlung in der Region zu schaffen. Die ersten Siedlerfamilien errichteten eine kleine, dem heiligen Petrus geweihte Kapelle. Das bedeutende Bevölkerungswachstum machte ein größeres Bauwerk erforderlich, um die entsprechenden Gottesdienste abhalten zu können. Daher wurde das alte Oratorium 1951 durch die heutige Pfarrkirche ersetzt.

Es handelt sich um eine einschiffige Kirche mit angebautem Glockenturm. Die Hauptfassade, die die Höhe des Kirchenschiffs überragt, hat ein Portal mit Marmorsturz und wird an seinen Seiten von Pilastern ionischen Stils geziert. Was die Ausschmückung anbelangt, achte man auf das Fresko am Hauptaltar, das den heiligen Petrus und Colònia de San Pere im Hintergrund darstellt.

 

20. Mole von Colònia de Sant Pere

Der Ursprung der Mole von Colònia de Sant Pere, heute zum Club Náutico gehörend, geht auf die 1950er Jahre zurück. Damals wurde ein Landungssteg für kleinere Fischerboote gebaut. Das Wachstum des Dorfes infolge des touristischen ‚Booms’ der 1960er Jahre führte dazu, dass um den ehemaligen Landungssteg ein Sporthafen entstand. 1968 ersetzte der Club Náutico von Colònia de Sant Pere die Pier durch eine höhere und breitere Mole. 1997 begann der Bau der aktuellen Anlage mit Liegeplätzen für 308 Boote im Gegensatz zu den 12 Plätzen für Fischerboote in den 1950er Jahren.

 

21. Strand von Colònia de Sant Pere

Der Strand von Colònia de Sant Pere befindet sich in einem Seitengebiet des Club Náutico. Es handelt sich um einen kleinen künstlichen Strand von 70 Metern Länge aus dem Küstenstreifen der Devesa vor dem Ortskern von Colònia, zwischen Punta des Vivers und sa Banyera de ses Mestres. Er wird auch einfach sa Platja (der Strand) genannt. Wegen seiner leicht erreichbaren Lage ist er ideal für ein erfrischendes Bad und hat daher in der Zone von Colònia den meisten Zulauf.

 

22. Fischbassins von Colònia de Sant Pere

In den neben dem Strand von Colònia de Sant Pere zutage tretenden Felsen befinden sich Fischbassins. Sie wurden im 20. Jahrhundert errichtet und dienten dazu, den Fisch sowohl im Hinblick auf seinen späteren Verkauf wie auch als Köder am Leben zu erhalten. Daher sind sie zum Teil im Meer und aus Materialien der Gegend sowie aus Marés (Sandstein) gebaut.

Sie sind jeweils etwa 100 Meter voneinander entfernt. Ihr Grundriss ist rund, mit Steinen und Mörtel errichtet und die ebenfalls runde Gewölbeabdeckung ist mit Zement bedeckt. Die Tür ist aus Marésplatten gefertigt, und im Innern befindet sich das viereckige Becken, in dem der Fisch aufbewahrt wurde.

23.- Arenalet de son Colom

Es handelt sich um eine prähistorische Anlage, deren Entstehung wir gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. ansetzen können. Sie ist in zyklopischer Bauweise errichtet und in einem sehr prekären Zustand, so dass nur noch Reste von zwei Mauern von etwa vier Metern Länge erhalten sind.

An dieser Fundstätte, die 2004 ausgegraben wurde, förderte man ziemlich viele Keramikscherben mit Inzisionsdekoration zutage, ferner metallische Elemente und Überreste von Fauna.

 

 

24.- Dolmen de s’Aigua Dolça

 

Der Dolmen s’Aigua Dolça befindet sich in der Zone Es Canons, zwischen Colònia de Sant Pere und der Urbanisation Betlem.

Es handelt sich um eine Dolmen genannte, um 2000 v. Chr. als kollektive Nekropolis errichtete Begräbnisstätte. Sie wurde genutzt, bis sie um 1650 v. Chr. verlassen wurde.

Durch einen engen Gang gelangte man in die rechteckige zentrale Kammer, wo Reste der Gebeine der Gemeinschaft aufbewahrt wurden. Als Grabbeigaben fand man Keramikstücke, Gerätschaften aus Knochen, Knöpfe mit Löchern in Form von “V”, ferner Kupfer- oder Bronzeelemente wie Messer und Dolche. Der Gang und die Kammer waren von einem Kreis aus vertikal eingelassenen Marésplatten umgeben. Dieser Komplex war von einem Tumulus aus Steinen und Erde bedeckt. Ursprünglich handelte es sich um einen Vorsprung mit einem kleinen Zugang zur Begräbniskammer, die Ähnlichkeit mit einer Höhle hatte.

Heute kann man den Umfang von Tumulus und die Basis des Ganges und der Grabkammer nur noch ahnen.

Die Ausgrabungen wurden von der Universität der Balearen durchgeführt.

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